
REINSTEIN hat die kommunale Wärmeplanung der Gemeinde Stelle im Zeitraum März 2025 - Oktober 2025 bearbeitet und erfolgreich abgeschlossen.
Die Gemeinde Stelle liegt im Landkreis Harburg, ca. 10 km südlich von Hamburg. In der Gemeinde leben ca. 12.500 Menschen auf einer Fläche von 38,5 km². In der Gemeinde gibt es zwei Gewerbegebiete, zudem liegen Teile des Zugreparaturzentrum Maschen der DB Cargo AG im westlichen Gemeindegebiet. Ansonsten werden die Flächen überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Die Gemeinde wächst jährlich um ca. 0,5 %.
Der Wärmebedarf beträgt rund 93 GWh jährlich, wobei etwa 89 % der Versorgung aus
fossilen Energieträgern (Erdgas und Heizöl) stammt. Die vorhandene Energieinfrastruktur umfasst ein erdverlegtes Erdgasnetz. Die Wärmeliniendichte – entscheidend für die Wirtschaftlichkeit zentraler Wärmeversorgung – ist in großen Teilen gering (< 2.300 kWh/(m·a)).
Potenziale
• Energetische Sanierung ist ein wichtiges Instrument zur Energieeinsparung:
15 % Reduzierung bei einer Sanierungsrate von 2 % p.a. möglich.
• Erneuerbare Wärmequellen (Biomasse) ergänzen das vorhandene Potenzial.
Fokusgebiete für zentrale Wärmeversorgung
Neun Fokusgebiete mit ausreichender Wärmeliniendichte wurden identifiziert. In
diesen Bereichen könnte nach Beurteilung der Autoren eine zentrale
Wärmeversorgung wirtschaftlich umgesetzt werden – unter Einbeziehung lokaler
erneuerbarer Energien.
Zielszenarien bis 2040
• Dekarbonisierungspfad: Reduktion des fossilen Anteils auf 0 %, Ausbau der
zentralen Versorgung auf ca. 53 % Anteil an der Gesamtwärmeversorgung.
• Zentrale Wärmenetze werden vorrangig in Fokusgebieten entwickelt,
dezentrale Lösungen mit Wärmepumpen und Ökostrom im übrigen
Gemeindegebiet forciert.
Maßnahmen
1. Sanierung der Gebäudehülle (z. B. Dämmung, Fenster, Dach) mit flankierender
Energieberatung
2. Aufbau zentraler Wärmenetze in geeigneten Gebieten
3. Förderung erneuerbarer Energien und effizienter Heiztechniken
4. Kommunikation und Beteiligung der Bevölkerung (z. B. Infoveranstaltungen
und Sensibilisierung hinsichtlich energetischer Effizienz)
Fazit
Die strategische Wärmeplanung zeigt, dass eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis
2040 möglich ist – mit energetischer Sanierung, Nutzung industrieller Abwärme und
dem Aufbau lokaler Wärmenetze. Für die Umsetzung braucht es neben technischer
Planung auch langfristiges politisches Engagement und Akzeptanz in der Bevölkerung.
Es sind aktuell keine weiteren Termine geplant. Die kommunale Wärmeplanung ist abgeschlossen.