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Konvoi Elsteraue (10 Ortsteile, ehem. Gemeinden)

REINSTEIN hat die kommunale Wärmeplanung von Elsteraue in der Zeit von März bis Oktober 2025 durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen.

Die Gemeinde Elsteraue gehört zum Burgenlandkreis und liegt im Süden Sachsen-Anhalts im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen zwischen den Städten Zeitz im Südwesten, Meuselwitz (Thüringen) im Osten und Pegau (Sachsen) im Norden. In der Gemeinde leben ca. 7.800 Menschen auf einer Fläche von 79,88 km². Die Gemeinde Elsteraue besteht aus einzelnen Dörfern. Die Weiße Elster nimmt als Gewässer I. Ordnung mit ihrer breiten Aue einen großen Teil des Gemeindegebietes ein. Sie fließt in einer Länge von ca.17 km von Südwest nach Nord durch das Gemeindegebiet. Zum Gebiet der Gemeinde gehört der 1937 gegründete Chemie- und Industriepark Zeitz. Zu Beginn wurden aus lokal verfügbarer Braunkohle Trieb- und Schmierstoffe hergestellt. Heute sind im Park ca. 50 innovative Unternehmen angesiedelt, die in Summe etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Die Gemeinde ist von einer rückläufigen Bevölkerung, einer geringen Siedlungsdichte und einem überwiegend alten Gebäudebestand (über 82 % vor 1991 errichtet) geprägt.

Der Wärmebedarf beträgt rund 72 GWh jährlich, wobei etwa 78 % der Versorgung aus fossilen Energieträgern (v. a. Erdgas und Heizöl) stammt. Der spezifische Wärmeverbrauch pro Einwohner liegt mit 9.260 kWh/a über dem Bundesdurchschnitt. Die vorhandene Infrastruktur umfasst zwei kleinere Nahwärmenetze (bisher fossile Versorgung) und mehrere dezentrale Heizsysteme. Die Wärmeliniendichte – entscheidend für die Wirtschaftlichkeit zentraler Wärmeversorgung – ist in großen Teilen zu gering (< 2.300 kWh/(m·a)).

Potenziale und Herausforderungen

  • Energetische Sanierung ist ein wichtiges Instrument zur Energieeinsparung:
    45–65 % Reduzierung möglich.
  • Unvermeidbare Abwärme aus dem Chemie- und Industriepark Zeitz bietet
    enormes Potenzial (theoretisch 440 GWh/a) für die zentrale
    Wärmeversorgung.
  • Erneuerbare Wärmequellen (Abwasserwärme, Solarthermie, Biomasse etc.)
    ergänzen das vorhandene Potenzial.

Fokusgebiete für zentrale Wärmeversorgung
Sechs Fokusgebiete mit ausreichender Wärmeliniendichte wurden identifiziert:

  • Tröglitz: A, B, C
  • Rehmsdorf: Bereitschaftssiedlung, Nord, Süd.

In diesen Bereichen könnte nach Beurteilung der Autoren eine zentrale Wärmeversorgung wirtschaftlich umgesetzt
werden – unter Einbeziehung lokaler Abwärme und erneuerbarer Energien.

Zielszenarien bis 2045

Dekarbonisierungspfad: Reduktion des fossilen Anteils auf 0 %, Ausbau der
zentralen Versorgung auf ca. 23 % Anteil an der Gesamtwärmeversorgung.

Zentrale Wärmenetze werden vorrangig in Fokusgebieten entwickelt,
dezentrale Lösungen mit Wärmepumpen und Ökostrom im übrigen
Gemeindegebiet forciert.

Maßnahmen
1. Sanierung der Gebäudehülle (z. B. Dämmung, Fenster, Dach) mit
flankierender Energieberatung.
2. Aufbau zentraler Wärmenetze in geeigneten Gebieten.
3. Förderung erneuerbarer Energien und effizienter Heiztechniken.
4. Kommunikation und Beteiligung der Bevölkerung (z. B. Infoveranstaltungen
und Sensibilisierung hinsichtlich energetischer Effizienz).

Fazit
Die vorliegende Analyse hat ergeben, dass in der Gemeinde Elsteraue gute Grundvoraussetzungen für den Nahwärmenetzbau und -betrieb bestehen. Zum einen
existieren bereits heute mehrere Akteure, die Wärmenetze betreiben und Interesse an einer Erweiterung haben. Zum anderen steht industrielle Abwärme in ausreichender Menge zur Verfügung, die als Wärmequelle genutzt werden könnte.

Die strategische Wärmeplanung zeigt somit, dass eine klimaneutrale Wärmeversorgung der Gemeinde bis 2045 möglich ist – mit energetischer Sanierung,
Nutzung industrieller Abwärme und dem Aufbau lokaler Wärmenetze. Für die Umsetzung braucht es neben technischer Planung auch langfristiges politisches
Engagement und Akzeptanz in der Bevölkerung.

Standort:

Galerie:

Öffentliche Termine:

Es sind aktuell keine weiteren Termine geplant. Die kommunale Wärmeplanung ist abgeschlossen.

Eine Erstberatung wird oftmals gefördert und ist i.d.R. kostenlos.

zur energieberatung der Verbraucherzentrale
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